Tonstörungen

Die Landespressekonferenz Sachsen e. V. vergibt seit 2006 die "Tonstörung" für unkommunikative Leistungen. Die "Tonstörung" wird mit dem Ziel verliehen, auf Missstände in der landespolitischen Pressearbeit aufmerksam zu machen und damit einen Anstoß zu geben, den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Landespolitik und Presse zu verbessern.

2019: LPK verleiht "Tonstörung"

Die Landespressekonferenz Sachsen vergibt den Negativ-Preis "Tonstörung" im Jahr 2019 an den Vorstand des sächsischen Landesverbandes der AfD. Die von den Mitgliedern der LPK gewählte Jury hat die Entscheidung einstimmig getroffen.

Begründung:

Mit der Preisvergabe kritisiert die Vereinigung landespolitischer Journalisten die wiederholten Versuche der Partei, Berichterstattung über Mitglieder, Funktionäre oder innerparteiliche Vorgänge zu erschweren oder gar zu verhindern. Dazu bedient sich die Partei immer wieder des Mittels des Ausschlusses einzelner Pressevertreter oder Medienhäuser, etwa von grundsätzlich öffentlichen Parteiveranstaltungen. Die regelmäßige Verächtlichmachung von Medien gipfelte im vergangenen Jahr in der Ankündigung des AfD-Landesverbandes, die Redaktion von Tag24.de/Morgenpost gänzlich von der Berichterstattung auszuschließen.

Auch zuvor schon versuchte die Partei eine befürchtete kritische Berichterstattung zu unterbinden, indem sie einen einzelnen Redakteur der Sächsischen Zeitung in einer presseöffentlichen Veranstaltung des Saales verwies. An anderer Stelle wurde nur ausgesuchten Medien der Zugang gewährt. Zudem werden Medienhäuser in Pressemitteilungen und eigenen Veröffentlichungen der AfD des Öfteren an den Pranger gestellt, wenn deren Berichterstattung in Form und Darstellung eines Sachverhaltes nicht der Interpretation oder dem Weltbild der Führung der AfD Sachsen entspricht.

In Summe offenbart sich aus Sicht der LPK eine grundsätzliche Abwehrhaltung von Teilen der AfD Sachsen gegenüber einer Reihe von Medienhäusern, denen die Parteispitze unterstellt, nicht neutral und objektiv zu berichten.

Die Landespressekonferenz ist für sachliche und begründete Kritik jederzeit offen. Mit dem Negativ-Preis verbinden die landespolitisch berichtenden Journalisten die Aufforderung an die AfD, die vom Grundgesetz gewährte Pressefreiheit künftig uneingeschränkt zu gewährleisten. Der LPK-Vorstand hat dazu bereits ein Gespräch mit Vertretern des AfD-Landesvorstandes angefragt.

Die Jury kritisierte zudem die Arbeit der Pressestelle in der Polizeidirektion Chemnitz. Konkret geht es um die Auskunftsfähigkeit in den Wochen nach dem Tötungsverbrechen an einem Chemnitzer Ende August. Insbesondere die Verifizierung von Geschehnissen bei oder am Rande von Demonstrationen in der Chemnitzer Innenstadt ließ aus Sicht der Berichterstatter vor Ort zu wünschen übrig. Der LPK ist in dem Zusammenhang die außerordentliche Lage, in der sich die Polizei in dieser Situation befand, durchaus bewusst. Für eine objektive (Live)-Berichterstattung sind Journalisten aber auf auskunftsfähige Pressesprecher der Polizei als neutrale Institution im Gesamtgeschehen angewiesen. Dort sieht die LPK noch Potential. Der LPK-Vorstand anerkennt, dass die Polizeiführung in Sachsen inzwischen auf die LPK und den DJV zugegangen ist, um die notwendige Zusammenarbeit zu verbessern.

Archiv

In unserem Archiv finden Sie alle Pressemitteilungen zu den Preisvergaben der "Tonstörung" seit 2006.

Tonstörung 2019
Tonstörung 2018
Tonstörung 2017
Tonstörung 2016
Tonstörung 2014
Tonstörung 2013
Tonstörung 2012
Tonstörung 2011
Tonstörung 2010
Tonstörung 2009
Tonstörung 2008
Tonstörung 2007
Tonstörung 2006